EN-1090-Etiketten: Welche Angaben sind für EXC1, EXC2, EXC3 und EXC4 sinnvoll?
Vier Musteretiketten mit QR-Code erläutern die sichtbaren Angaben, die Verknüpfung mit den Werkstoffen und die Nachweise in der Qualitätsdokumentation.
Anschauliche Beispiele mit fiktiven Daten. Die Ausführungsklasse allein legt keine verbindliche Etikettenvorlage fest.
Drei unterschiedliche Aufgaben
1. Teile identifizieren
EN 1090-2 behandelt die Ausführung von Stahltragwerken. Die Identifizierung ermöglicht es, ein Teil oder eine Gruppe gleichartiger Teile während der Fertigung wiederzuerkennen. Ein Etikett ist eine mögliche Methode, aber nicht die einzige.
2. Nachweise aufbewahren
Werkstoffdokumente, die Zuordnung von Teilen zu Losen, Schweißunterlagen, Prüfungen und die Behandlung von Abweichungen gehören zur Fertigungsdokumentation. Nicht alle Angaben müssen auf jedem Etikett stehen.
3. Leistungen erklären
EN 1090-1 betrifft die Konformitätsbewertung tragender Bauteile in ihrem Anwendungsbereich. Für die CE-Kennzeichnung und die Leistungserklärung gelten eigene Inhaltsanforderungen. Eine Werkstattkennzeichnung oder ein QR-Code ersetzt sie nicht.
Aktuelle technische Grundlage für Stahl ist EN 1090-2:2018+A1:2024 (in Frankreich im Mai 2024 als NF EN 1090-2+A1 veröffentlicht). Für Aluminium gilt EN 1090-3; die folgenden Beispiele betreffen Stahl. AFNOR-Katalog.
Was ändert sich mit der Ausführungsklasse?
Die Ausführungsspezifikation legt die Klasse für das Projekt, das Tragwerk oder einzelne Bauteile fest. Sie lässt sich nicht allein aus Bezeichnungen wie „Halle“, „Gebäude“ oder „Brücke“ ableiten. Auch für ein EXC2-Projekt können besondere Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit gelten.
Klasse
Identifizierung und Rückverfolgbarkeit
Folgen für das vorgeschlagene Etikett
EXC1
Identifizierung während der Fertigung; Projektanforderungen beachten.
Teilkennzeichen, Projekt und Zeichnungsreferenz vermeiden Verwechslungen. Der QR-Code ist optional.
EXC2
Wenn unterschiedliche Sorten oder Güten im Umlauf sind, müssen Sorte und Güte der Konstruktionsmaterialien identifiziert werden.
Eine geeignete Werkstoffangabe ergänzen. Das Los hilft, das Teil entsprechend dem gewählten Verfahren den Dokumenten zuzuordnen.
EXC3
Rückverfolgbarkeit der Konstruktionsmaterialien vom Eingang bis zur Übergabe nach dem Einbau. Eine losbezogene Rückverfolgbarkeit kann ausreichen, sofern keine Einzelrückverfolgbarkeit gefordert ist.
Das Teilkennzeichen eindeutig mit dem Werkstoffregister verknüpfen. Der Aufdruck sämtlicher Schmelzennummern ist keine allgemeingültige Regel.
EXC4
Durchgängige Rückverfolgbarkeit wie bei EXC3 sowie zusätzliche Fertigungs- und Prüfanforderungen des Projekts.
Das Muster ergänzt aus praktischen Gründen eine Referenz zum Qualitätsplan. EXC4 allein verlangt weder dieses Druckfeld noch ein bestimmtes QR-Format.
Diese Zusammenfassung zur Identifizierung stützt sich auf den europäischen PROGRESS-Leitfaden (2020, § 6.2.6). Er entstand vor der Änderung von 2024 und ersetzt weder die aktuelle Norm noch die Projektspezifikation. Technische Quelle lesen.
Vier Etikettenbeispiele mit QR-Code
Die Vorlagen schlagen eine Anordnung der Informationen vor; es handelt sich nicht um vier genormte Etiketten. Projektname, aufgedruckte Klasse, Gestaltung und QR-Code sind Darstellungsentscheidungen. S355J2 ist eine beispielhafte Werkstoffangabe, keine durch die Klasse vorgeschriebene Stahlsorte.
Jeder QR-Code öffnet die zugehörige Erläuterung auf dieser öffentlichen Seite. Er gewährt keinen Zugang zu echten Projektunterlagen. Für den Produktionseinsatz ist ein dauerhafter Link zum freigegebenen Teiledatensatz und seinen Dokumenten vorzusehen.
EXC1 — Gut lesbare Identifizierung
Projekt DEMO-P01, Teil P-101, Baugruppe A-101 und Zeichnung D-101 Revision B bilden eine praktische Grundlage, um das richtige Teil und die richtige Zeichnung zu finden. Die geforderten Werkstoff- und Prüfnachweise sind auch dann aufzubewahren, wenn sie auf diesem Muster nicht erscheinen.
Das Muster ergänzt die Sorte/Güte S355J2 und das Los LOT-DEMO-04. So lassen sich Verwechslungen vermeiden und die zugehörigen Werkstoffdokumente finden. Die Art der Prüfbescheinigung richtet sich nach dem Produkt und den geltenden Anforderungen, nicht allein nach der EXC-Klasse.
MAT-DEMO-021 steht für die Zuordnung zwischen Teil, Los und Werkstoffdokumenten. Die Dokumentation muss die Rückverfolgbarkeitskette in den betreffenden Schritten erhalten. Bei einer Baugruppe aus mehreren Werkstoffen ist jeder Bestandteil zuzuordnen; eine einzige aufgedruckte Schmelzennummer beschreibt nicht die gesamte Baugruppe.
QP-DEMO-04 verweist auf den Qualitätsplan des Projekts. Dies ist eine vorgeschlagene Angabe, kein durch EXC4 vorgeschriebenes Etikettenfeld. Prüfungen, Ergebnisse und besondere Anforderungen bleiben in den Unterlagen dokumentiert; EXC4 darf nicht auf „100-%-Prüfung aller Schweißnähte“ verkürzt werden.
Welche Angaben aufdrucken, welche Nachweise aufbewahren?
Auf dem Etikett: schneller Zugriff
Teil- oder Baugruppenkennzeichen, klar unterschieden.
Projekt oder Auftrag, um gleiche Kennzeichen verschiedener Aufträge auseinanderzuhalten.
Zeichnungsreferenz und gültige Revision, soweit für die Werkstatt hilfreich.
Sorte/Güte und Werkstofflos, soweit für das gewählte Identifizierungsverfahren erforderlich.
Kennung oder Link zum Rückverfolgbarkeitsregister.
EXC-Klasse und QR-Code als vorgeschlagene praktische Angaben.
In den zugeordneten Unterlagen
Werkstoffprüfbescheinigungen und Zuordnung von Produkten, Losen und Schmelzen nach den geltenden Anforderungen.
Verwendete Zeichnungen, Stücklisten und Revisionen.
Erforderliche Schweißunterlagen, Qualifikationen und Aufzeichnungen.
Vorgeschriebene Maßprüfungen, Versuche und zerstörungsfreie Prüfungen.
Behandlung von Nichtkonformitäten, untervergebene Arbeiten und Abnahme.
Geltende regulatorische Dokumente: Leistungserklärung und Referenzen zur werkseigenen Produktionskontrolle.
Ob eine Werkstoffprüfbescheinigung 3.1 oder 3.2 erforderlich ist, richtet sich nach Produkt, geltenden Bestimmungen und Vertrag. EXC4 bedeutet nicht automatisch „Prüfbescheinigung 3.2 für jeden Werkstoff“. Die Dokumentenmatrix ist mit der Qualitätsverantwortung anhand der Norm und der Projektspezifikation abzustimmen.
Ein Rückverfolgbarkeitsetikett ist keine CE-Kennzeichnung
Für Produkte, die weiterhin unter die Verordnung 305/2011 fallen, sieht Artikel 9 unter anderem folgende Angaben zur CE-Kennzeichnung vor:
Die letzten beiden Ziffern des Jahres der erstmaligen Anbringung.
Identifizierung und eingetragene Anschrift des Herstellers oder ein geeignetes Identifikationszeichen.
Den eindeutigen Kenncode des Produkttyps und die Referenz zur Leistungserklärung.
Die erklärten Leistungsstufen oder -klassen und die angewandte harmonisierte technische Spezifikation.
Gegebenenfalls die Kennnummer der notifizierten Stelle sowie den Verwendungszweck.
Diese „Leistungsklassen“ sind nicht mit der Ausführungsklasse EXC gleichzusetzen. Die Kennzeichnung muss sichtbar, lesbar und dauerhaft auf dem Produkt oder einem befestigten Etikett angebracht sein. Ist dies aufgrund der Beschaffenheit des Produkts nicht möglich oder nicht gerechtfertigt, erfolgt sie auf der Verpackung oder den Begleitunterlagen. Auch die geltenden Bestimmungen von EN 1090-1 sind zu prüfen. Artikel 9 der Verordnung.
Regulatorischer Übergang 2026: Die Verordnung 2024/3110 wird schrittweise nach Produktfamilien und neuen harmonisierten Spezifikationen angewandt. Es ist nicht davon auszugehen, dass bereits alle Produkte dem neuen System unterliegen oder dass jedes EXC-Teil einen digitalen Produktpass oder QR-Code benötigt. Erläuterung der Europäischen Kommission.
Identifizierung von der Werkstatt bis zur Baustelle erhalten
Wareneingang: Produkte, Werkstoffdokumente und Loskennzeichnung abgleichen.
Zuschnitt: Die Identifizierung nach dem vorgesehenen Verfahren auf die aus dem Ausgangsprodukt entstandenen Teile übertragen.
Zusammenbau: Die Verbindung zwischen Bestandteilen und Baugruppenkennzeichen erhalten, ohne unterschiedliche Werkstoffursprünge zu verlieren.
Verzinken oder Beschichten: Mit dem Unterauftragnehmer eine verfahrensgeeignete Identifizierung vereinbaren und die Zuordnung bei Rücklieferung prüfen.
Versand: Kennzeichen, Ladelisten und Lieferdokumente abgleichen.
QR-Nutzung: Die Lesbarkeit auf dem tatsächlichen Träger prüfen, gegebenenfalls nach der Behandlung. Bei einem fehlgeschlagenen Scan muss eine Suche anhand der lesbaren Kennung möglich sein.
Träger, Befestigung und Kennzeichnungsverfahren sind nach den tatsächlichen Bedingungen zu wählen: Temperatur, Bäder, Abrieb, Sichtbarkeit und Verlustrisiko. Bei gewöhnlichen Papieretiketten oder gedruckten QR-Codes darf keine Beständigkeit beim Verzinken vorausgesetzt werden. Der EGGA-Leitfaden betont abgestimmte Verfahren zwischen Hersteller und Verzinkerei zur Wahrung der Rückverfolgbarkeit. EGGA-Leitfaden, 2014.
Die Rückverfolgung mit Fabbim vorbereiten
Fabbim identifiziert Teile und Baugruppen aus IFC- oder Tekla-Modellen und verfolgt Arbeitsschritte durch Scannen. Ausgangspunkt einer Etikettenvorlage sind Ihre Kennzeichen, Abläufe und Projektanforderungen. Klären Sie während der Vorführung, welche Informationen vorhanden sind und welche Dokumentenverknüpfungen eingerichtet werden müssen.
Gibt es für jede Klasse ein EN-1090-zertifiziertes Etikett?
Die EXC-Klasse legt keine universelle Etikettenvorlage fest. Konformität hängt von den Anforderungen an das Bauteil, seine Ausführung und sein Inverkehrbringen ab. Die oben gezeigten Bilder sind keine Zertifikate.
Ist ein QR-Code in EXC3 oder EXC4 vorgeschrieben?
Die EXC-Klasse macht einen QR-Code nicht verpflichtend. Hier dient er dem praktischen Informationszugriff. Durchgängige Identifizierung und Nachweise bleiben dort erforderlich, wo sie vorgeschrieben sind – mit oder ohne QR-Code.
Müssen alle Schmelzennummern aufgedruckt werden?
Nicht grundsätzlich. Die geforderte Werkstoffzuordnung muss erhalten bleiben. Eine Kennung kann auf ein zuverlässiges Register verweisen. Bei Baugruppen aus mehreren Produkten oder Schmelzen müssen die Unterlagen deren Herkunft unterscheiden.
Kann dasselbe Etikettenformat für alle vier Klassen verwendet werden?
Ja, ein gemeinsames Format kann geeignet sein, wenn Angaben und Rückverfolgbarkeitsverfahren den Projektanforderungen entsprechen. Die vier Beispiele zeigen mögliche Ergänzungen, keine Pflicht zu vier verschiedenen Layouts.
Zertifiziert Fabbim mein Unternehmen oder mein Stahltragwerk?
Fabbim ist ein Werkzeug zur Verfolgung und Rückverfolgbarkeit. Software und Etiketten ersetzen weder die werkseigene Produktionskontrolle noch die geltenden Konformitätsbewertungen und Dokumente.
Wer prüft die Felder vor der Fertigung?
Die Qualitätsverantwortlichen müssen die Vorlage anhand der Ausführungsspezifikation, Werkstattverfahren und Vertragsanforderungen prüfen. Die Ausführungsklasse muss aus den Projektunterlagen stammen und darf nicht durch die Auswahl eines Bildes bestimmt werden.
Quellen und Geltungsbereich des Leitfadens
Recherche aktualisiert am 16. Oktober 2026. Die offiziellen Kataloge bestätigen die Normausgabe; der vollständige lizenzierte Text wird hier nicht wiedergegeben. Datierte technische Leitfäden erläutern Grundsätze, ohne der aktuellen Normausgabe gleichgestellt zu werden. Diese Zusammenfassung ist mit dem geltenden Text, nationalen Ergänzungen und Projektanforderungen abzugleichen.